Laborwerte und Hormone

Im Rahmen der Diagnostik erheben wir einige Laborwerte. Unser Team verschafft sich außerdem einen großen Überblick über Ihr Hormonsystem. Hormone sind Botenstoffe, mit denen unser Körper Signale sendet.

Ist unser Hormonsystem nicht ideal aufeinander abgestimmt, kann das mehrere Ursachen und Folgen haben.

Aufgrund dessen wird bei einer Kinderwunschbehandlung der Hormonhaushalt überprüft. Somit können sich die behandelnden Ärzte einen Überblick verschaffen, welche Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sein könnten und die entsprechenden Behandlungen anpassen.

Gerade bei der Frau ist das sogenannte Zyklusmonitoring sehr bedeutend, da die meisten Hormone sehr unterschiedlich in den Phasen des weiblichen Zyklus agieren.

Nach der Menstruation wird eine große Menge an FSH (Follikelstimulierendes Hormon) an den Eierstock geleitet. Dort reifen nun die Follikel (Eibläschen), in denen sich die Eizellen befinden, heran.

Während der Reifung wird Estradiol (Östradiol) freigesetzt. Es dient dem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut.

Unmittelbar vor der Ovulation (Eisprung) steigt der Estradiol Gehalt im Blut deutlich an. Der Hypophyse wird signalisiert LH (Luteinisierende Hormon) auszuschütten, welches die Ovulation auslöst. Hierbei platzt der Follikel auf und entlässt die Eizelle. Zurück bleibt der Gelbkörper, welcher Progesteron freisetzt. Aufgrund des gestiegenen Progesteronwerts wird die Ausschüttung von LH gestoppt.

Beim Mann sorgt LH für die Anregung zur Testosteronbildung im Hoden. Testosteron und FSH sind beim Mann sehr bedeutend für die Spermatogenese (Spermienbildung), sowie für die Ausbildung der männlichen Körpermerkmale. Als Vorstufe von Testosteron wird zusätzlich DHEA-S bestimmt.

Das SHBG (Sexualhormonbindendes Globulin) ist das Transportprotein für Sexualhormone. Testosteron kommt nur in 5% in Freier Form im Blut vor, die restlichen 95% sind gebunden an das SHBG.

Estradiol:
Estradiol, auch Östradiol, ist eines der wichtigsten Östrogene, welches das Wachstum der weiblichen Geschlechtsorgane initiiert. Gebildet wird Estradiol in den heranwachsenden Follikeln (=Eibläschen) der Frau und dient zusätzlich dem Aufbau des Endometriums (=Gebärmutterschleimhaut). Vor der Ovulation (=Eisprung) steigt der Estradiol Gehalt im Blut signifikant an; somit wird der Hypophyse (=Hirnanhangsdrüse) signalisiert das LH (=Luteinisierende Hormon) auszuschütten.

Luteinisierendes Hormon:
Das Luteinisierende Hormon (=LH) ist das Hormon, welches die Ovulation (=Eisprung) auslöst. Das Maximum erreicht der LH-Wert direkt bei der Ovulation. Durch das Aufplatzen der Follikel und die Freisetzung der Eizelle entstehen Gelbkörper. Dieser Prozess wird als Luteinisierung bezeichnet, bei dem wiederum Progesteron ausgeschüttet wird.

Progesteron:
Progesteron (=Gelbkörperhormon) wird durch die Gelbkörper gebildet und gilt als eines der wichtigsten Hormone zum Erhalt der Schwangerschaft. Somit ist der Progesteron Wert nach der Ovulation (=Eisprung) am höchsten. Es fördert die Durchblutung der Geschlechtsorgane der Frau, sodass diese auf Hochleistungsbetrieb laufen können. Ab der 12. Schwangerschaftswoche wird die Bildung von Progesteron von der Plazenta übernommen.

Follikelstimulierendes Hormon:
Als Follikelstimulierendes Hormon (FSH) bezeichnet man das keimzellstimulierende Hormon. Bei der Frau regt es die Follikelreifung an, beim Mann wird die Spermatogenese (=Spermienproduktion) stimuliert.

Prolaktin:
Nach der Geburt wird durch Prolaktin-Ausschüttung die Milchproduktion in der Brustdrüse der Mutter angeregt. Da dieses Hormon eine hemmende Wirkung auf andere Hormone haben kann, kann ein erhöhter Prolaktinspiegel sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Auslöser hierfür sind Stillzeit, Stress und weitere medizinische Gründe. Beim Mann ist die Funktion bisher nicht bekannt, jedoch kann auch hier ein erhöhter Prolaktinspiegel als Störfaktor gesehen werden.

Testosteron:
Testosteron gilt als das wichtigste Androgen (Hormone, die männliche Körpermerkmale hervorrufen). Produziert wird Testosteron in den Hoden. In geringen Mengen jedoch auch bei Frauen in der Nebennierenrinde und den Ovarien (Eierstöcke). Verantwortlich ist dieses Hormon für die Spermienproduktion, das männliche Erscheinungsbild, sowie die Entwicklung männlicher Geschlechtsorgane.

Sexualhormonbindendes Globulin:
Das Sexualhormonbindende Globulin (SHBG) ist, wie die Benennung schon zeigt, ein Globulin (Proteinart im Blut), welche Sexualhormone bindet. Es ist das Transportprotein für viele wichtige Hormone. Testosteron kommt nur in etwa 5% frei im Blut vor, die restlichen 95% sind an das SHBG gebunden, weswegen es sehr wichtig ist diesen Parameter mitzubestimmen.

DHEA-S:
Das Dehydroepiandrosteron (DHEA) ist ein Prohormon, welches zu Testosteron verstoffwechselt wird. Da das DHEA an sich zu instabil in der Struktur ist, wird bei uns in der Praxis das DHEA-S bestimmt, welches die stabilere, sulfatierte Form darstellt. Beide Stoffe kommen im menschlichen Körper gleichwertig vor, weswegen die Bestimmung in anderer Form möglich ist.

 

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