impressum  
 
 
 

Ab wann spricht man von unerfülltem Kinderwunsch?
Von unerfülltem Kinderwunsch sprechen wir, wenn nach ein bis zwei Jahren ungeschützten Geschlechtsverkehrs keine Schwangerschaft eingetreten ist.
Warum passiert das ausgerechnet uns?
Wussten Sie, dass die Zahl derjenigen Paare, denen es genau so geht wie Ihnen, stetig zunimmt? Nach Expertenschätzungen bleibt etwa jede siebente Ehe ungewollt kinderlos; das bedeutet, dass in Deutschland etwa 1 Million Paare mit einem unerfüllten Kinderwunsch leben.
Die Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit ist sicher auch Folge eines gesellschaftlichen Wandels: Erst einen Beruf zu erlernen und anschließend Kinder zu bekommen, ist heute für viele Paare eine sinnvolle Lebens- und Familienplanung. Während 1970 noch 90% der Frauen bei der Geburt ihres ersten Kindes jünger als 30 waren, waren 1990 bereits ein Viertel älter als 30. Mit dem 30. Lebensjahr nimmt die Fruchtbarkeit der Frau bereits langsam ab. Hinzu kommen die Belastungen unserer Umwelt sowie der Beruf, der uns fordert.

zurück zum Anfang

Woran kann es liegen, wenn keine Schwangerschaft eintritt?
Die Gründe, warum es mit dem Kinderkriegen nicht klappt, können sehr vielfältig sein. Unfruchtbarkeit ist jedoch keine Frauensache: Statistisch verteilen sich die Ursachen mit jeweils 30 - 40 Prozent gleichermaßen auf Mann und Frau. Bei 15% der betroffenen Paare kann es an beiden Partnern liegen. Und in 5 - 10 Prozent lässt sich keine erkennbare Ursache finden. Unerfüllter Kinderwunsch ist also ein Problem, das beide Partner in gleichem Maße betrifft. Aus diesem Grunde ist es auch verständlich, dass die Suche nach den Ursachen und die Behandlung der Kinderlosigkeit stets gemeinsam erfolgen soll.

zurück zum Anfang

Was kann man dagegen tun?
Die Behandlung richtet sich stets gegen die Ursachen der Kinderlosigkeit. Je genauer man diese kennt, desto gezielter und Erfolg versprechender kann therapiert werden. Manchmal ist lediglich die Korrektur erhöhter Hormonwerte erforderlich, z. B. bei einer Schilddrüsenfehlfunktion oder bei erhöhter Produktion von männlichen Hormonen (Androgene). Ist die Reifung einer Eizelle gestört, wird mit einer relativ einfachen hormonellen Stimulation begonnen. Die Befruchtung geschieht anschließend auf natürlichem Weg. Sind zusätzlich Menge und Beweglichkeit der Spermien eingeschränkt, wird die Hormontherapie mit der intrauterinen Insemination kombiniert: hierbei werden die Spermien durch einen dünnen Schlauch zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingeleitet.
Sind die Eileiter verschlossen und auch durch eine Operation nicht mehr zu öffnen, unbeweglich oder fehlen sie sogar ganz, ist die Befruchtung außerhalb des Körpers, also eine In-vitro-Fertilisation (IVF) erforderlich. Neben der hormonellen Stimulation ist zusätzlich ein kleiner, ambulant durchgeführter, operativer Eingriff nötig, um die reifen Eizellen zu gewinnen.
Bei schweren Störungen der männlichen Fruchtbarkeit kann ein einzelnes Spermium mit einer hauchdünnen Nadel direkt in die Eizelle eingebracht werden (intracytoplasmatische Spermieninjektion = ICSI). Sind im Samenerguss (Ejakulat) überhaupt keine Spermien vorhanden, kann man versuchen, aus den Hoden (testikuläre Spermienextraktion = TESE) oder Nebenhoden (mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration = MESA) direkt Samen zu gewinnen.

zurück zum Anfang

Wie hoch sind Chancen für ein eigenes Kind?
So merkwürdig es klingen mag: Das Entstehen einer Schwangerschaft ist ein so komplexer Vorgang, dass es innerhalb eines Monatszykluses wahrscheinlicher ist, nicht schwanger zu werden, als umgekehrt. Selbst bei einem völlig gesunden Paar beträgt die Chance, bei regelmäßigem Geschlechtsverkehr innerhalb eines Zykluses schwanger zu werden, lediglich 20 - 30%
Ungefähr in dieser Größenordnung liegen auch die Schwangerschaftsraten pro Behandlungsversuch, wenn alles planmäßig verläuft. Erfolgreicher als die Natur kann auch die Medizin nicht sein. Das bedeutet für Sie, dass mehrere Behandlungszyklen notwendig werden können.
Die individuelle Chance hängt natürlich von der Schwere der Fruchtbarkeitsstörung und vom Alter der Frau ab. Bei korrigierbaren Hormonstörungen mit oder ohne leichten Einschränkungen der männlichen Fruchtbarkeit kann bei etwa 70% der Paare eine Schwangerschaft erzielt werden.
Ist wegen eines Verschlusses der Eileiter oder einer schweren Form der männlichen Unfruchtbarkeit eine Befruchtung außerhalb des Körpers notwendig, liegt die Chance auf eine Schwangerschaft innerhalb von vier Behandlungszyklen bei etwa 50 - 60 Prozent.

zurück zum Anfang

Zusammenfassen lässt sich sagen:
Etwa 60 - 80 Prozent aller Paare, die wegen ungewollter Kinderlosigkeit den Arzt aufsuchen, kann zu einem eigenen Kind verholfen werden, wenn alle therapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.
Quelle: aus der SERONO-Broschüre ( www.ferti.net )

zurück zum Anfang